Sportverein der Hundefreunde
im kleinen Öschle
Schwenningen

   
logo
Geschichte

Als Kynologen fingen sie an

Wenn ein Verein wie der Sportverein der Hundefreunde im Kleinen Öschle im Jahr 2003 sein 100-jähriges Jubiläum begeht, so entspringt dieser Anlaß zum Feiern nicht nur begründeter Freude seitens des Vereins sondern ist zugleich Abriß einer langjährigen Geschichte mit ihre mannigfachen Veränderungen der unmittelbaren Umgebung und des weiteren Lebenskreises.
 Über drei Generationen wirkten mit im geselligen Zusammenschluß eines zwar nicht großen Vereins, aber immerhin in einer Vereinigung die sich als ein Stück Schwenninger Geschichte betrachten darf. Eine mühsame Aufgabe übernimmt der Chronist, die bewegte Geschichte des “Sportverein der Hundefreunde im Kleinen Öschle” nachzuzeichnen: In dieser langen Epoche mit zwei Weltkriegen und ihren hohen Blutopfern blieb es nicht aus, dass wertvolle Unterlagen und Dokumente vor allem aus der Zeit der Gründung in den Wirren der Jahrzehnte verloren gingen oder gar der Vernichtung anheimfielen. Geblieben sind neben zahlreichen Fotografien aus den Zwanziger und Dreißiger Jahren zwei umfangreiche Protokollbücher die vom Werden und Streben der “Hundler” erzählen, über große und kleine Probleme die jedes Vereinsleben mit sich bringt.
Das 20. Jahrhundert war gerade zwei Jahre alt als am 1. April 1902 die Urväter des heutigen Vereins auf den Plan traten: Unter dem ersten Vorsitzenden Andreas Maier war zu dieser Zeit Wirt des Hotel “Neckarquelle” - schlossen sich mehrere Individualisten zu einem“kynologischen Verein” zusammen. Bald war aber eine Namensänderung fällig: Der von der griechischen Bezeichnung für “Hund” abgeleitete Namen “kynologisch” klang zu sehr “hochtrabend”, so dass man sich auf denNamen “Verein der Hundefreunde” einigte. Erste Abrichtungsübungen fanden in den Anfangsjahren auf einem Gelände gegenüber des heutigen Volkschor-Sängerheimes statt.
Zu den ersten Mitgliedern des Vereins gehörte auch allerlei Schwenninger Prominenz: Etwa Gustav Braunmüller, der legendäre Schwenninger Jäger, Hugo Bürk, Mitinhaber der Württembergischen Uhrenfabrik oder Fritz ,,Uhren”-Mauthe. Unvergessen sind ebenfalls die Schwenninger Originale wie der “Schmutzhannes” Johannes Jauch oder der damalige “Falkenwirt” Kaspar Schlenker. Der Erste Weltkrieg brachte zwangsläufig einen Einschnitt in die Vereinsarbeit, aber bereits 1922 zählte der Verein der “Hundler” – wie sie schon damals im Schwenninger Sprachgebrauch genannt wurden – wieder an die 150 Mitglieder.
1923 – im lnflationsjahr – übernahm Andreas Hakenjos die Vereinsführung. Schon seit langem schwelte das ungelöste Platzproblem um die notwendigen Übungen durchführen zu können. Im “Steinbrüchle” rückte man am Wochenende an, dann einige Zeit beim Schützenhaus, auch das Kugelmoos – wo heute der Verein für deutsche Schäferhunde eine Bleibe fand – war im Gespräch. Schließlich kam man auf das heutige Gelände im “Kleinen Öschle”.
1924 hatte der Verein seine endgültige Heimat gefunden. Zunächst entstand eine grobe Dressurhütte mit Balken und Brettern. Allerdings fehlt immer noch ein Vereinslokal für die Mitglieder des “Vereins der Hundefreunde”. Zu jener Zeit wechselte man laufend bei Ausschußsitzungen und Zusammenkünften den Treffpunkt und bevorzugte im ABC-System je nach Anfangsbuchstabe der dem Verein angehörenden Gastwirte ein Lokal.
Parallelen zu der vor wenigen Monaten gestartetenBausteine-Aktion für den Erweiterungsbau im “Kleinen Öschle” tauchen im Jahr 1926 auf: Für fünf deutsche Reichsmark sollten Mitglieder und Gönner
das notwendige Material zum Bau eines Vereinsheimes ermöglichen. Zollassistent Eduard Hirsch verpfändete gar sein Haus um den Ankauf des Platzes sicherzustellen.
Und die Selbsthilfe der Mitglieder ging noch weiter: Die Firma Jauch – für Schwenninger unter dem Namen “Metzger-Beck” bekannt – lieferte das Holz. Mitglied Seckinger holte seine zwei Pferde aus dem Stall und zog die benötigten Stangen zur Baustelle. Die Zimmerleute Flach, Sturm und Saile von der Firma Christian Mayer führten die Konstruktion aus, die im wesentlichen bis zum heutigen Tage den Grundriß des Vereinsheims bestimmt. 
Nach der Einweihung der “Hütte” gab es sogleich Ärger mit den Behörden: Da keine Konzession für die Bewirtschaftung vorlag, steckten sich die Mitglieder beim Auftauchen der Polizei sogleich das Vereinsabzeichen an. Damit “war der Kittel geflickt”. Am Anfang musste zudem jedes Mitglied übers Wochenende im Turnus die “Wirtschaft” führen.
Dann aber klappte es Anfang der Dreißigerjahre mit der Konzession und seit dieser Zeit wurde das Öschle Vereinsheim zum beliebten Ausflugsziel der Schwenninger.
Die Dreißiger Jahre brachten aber auch für den Hundeverein mannigfaltige Veränderungen: Am 30. Januar 1933 hatte Adolf Hitler die Macht übernommen. 
Und schon am 25. März 1933 beklagte sich der damalige Vorsitzende Hirsch über eine polizeiliche Durchsuchung “aufgrund der staatspolitischen Umwälzungen”.
Man vermutete subversive Objekte wie Kommunisten auf dem Vereinsgelände. Schließlich mußte der Vorsitzende den Zweitschlüssel des Vereinsheims jeden Abend bei der Polizei abliefern.
Am 29. April 1933 hält der Schriftführer ein Auflehnen gegen die damals von den NS-Machthabern durchgeführte “Gleichschaltung” von Parteien, Institutionen und Vereinen für aussichtslos.
Dann hat in den kommenden Jahren der Reichsbund für das Hundewesen das Sagen, die letzte Versammlung findet nur wenige Wochen vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges statt: am 5. August.
Zwei Jahre später – 1941 – sind es nur noch wenige Mitglieder, die sich zu einer Ausschußsitzung in der “Post” treffen. Man beschließt für Freunde und Mitglieder an der Front “Liebesgaben” zu verschicken. Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch trifft man sich am 10. Mai 1947 in der “Fortuna” unter dem Vorsitzenden Forschner: “Leider ist es einem großen Teil der Mitglieder unter gegenwärtigen Umständen nicht möglich einen Hund zu halten”. Nach Kriegsende ging es wieder aufwärts: Der Verein wusste wieder Feste zu feiern. Im Bild ein Umzug am Anfang der Fünfziger Jahre mit Frau Saller und Johannes Bürk.
Aber Mut zu einer ersten Ausstellung hatten die Hundler bereits 1947 wieder gefunden. Der Mut sollte weiter anhalten, die Zeiten normalisierten sich wieder. Allmählich nahm die Ausbildungs- und Dressurarbeit gewohnte Formen an, der Mitgliederstand stabilisierte sich bei den einstmals hohen Vorkriegszahlen. Im 75. Jahr des Bestehens begann mit der Errichtung eines neuen Anbaus am ursprünglichen Vereinsheim ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte. Wiederum war die Verwirklichung des 138 000 Mark-Projektes nur möglich durch die Eigenarbeit und den Idealismus der Mitglieder.Umgerechnet war ihre Arbeit fast 40000 Mark wert. Sie gaben ihrem Verein ein neues Zentrum des Wirkens.
1983 wurde der alte Platz durch viel Eigenleistung der Hundeführer und der Fa. Schwager begradigt. Auch eine neue Platzbeleuchtung wurde in Eigenleistung erstellt. Anschließend wurde eine neue Blockhütte mit geräumiger Pergola auf dem Übungsplatz aufgestellt. Sie diente den Hundeführern als Schutz und Besprechungsraum.
1985 wurde der Dachstuhl vom alten Vereinsheim (jetzige Gaststätte) erneuert. Die Raumhöhe wurde dementsprechend gleich mit angehoben. Es wurde auch gleich eine neue Belüftungsanlage für die Gaststätte installiert. Im Zuge der nachfolgenden Umbauten wurden gleichzeitig die Toilettenanlagen und Heizung saniert.
1996 begannen die Planungsarbeiten zwecks Neubaugebiet “Kleines Öschle” und die damit verbundene Hundeplatzverlegung. Nach mehreren Platzangeboten d. Stadt Villingen-Schwenningen einigten wir uns auf eine Drehung d. Hundeplatzes um 90 Grad.
1999 begann die Stadt Villingen-Schwenningen mit den Aufräumarbeiten und Einebnen des neuen Hundeplatzes. 
2000 wurde mit dem Neubau unseres Besprechungsraumes mit Sanitäranlagen begonnen, wobei der Innenausbau zum größten Teil durch Eigenleistung erbracht wurde. 
Im Sommer 2001 wurde der Hundeplatz sowie der Besprechungsraum offiziell für den Hundesport freigegeben. 
Im Herbst 2001 konnten wir unsere 1. Prüfung auf dem neuen Hundeplatz durchführen. Die Resonanz der Hundeführer und des Publikums für unseren neuen Übungsplatz und Besprechungsraum waren durchweg positiv.

Wir möchten allen, die dazu beigetragen haben,
sowie der Stadt Villingen-Schwenningen
ganz herzlich danken.